Folge 114: Ihr Zahnröntgenbild lesen – Ein Leitfaden für Patienten

Kapitel

Was ist Co-Discovery?

[00:00:53 – 00:02:40]

Die gemeinsame Befunderhebung ist ein Ansatz in der Zahnmedizin, der Patienten als informierte Partner und nicht als passive Informationsempfänger behandelt. Dieser Ansatz, der in den 1950er-Jahren von dem amerikanischen Zahnarzt Dr. Bob Barclay entwickelt wurde, beinhaltet, sich mit den Patienten zusammenzusetzen und gemeinsam zu ergründen, was ihre Röntgenbilder und klinischen Befunde tatsächlich aussagen – bevor eine Diagnose gestellt wird.

Ziel ist es, zu verstehen, nicht nur zu belehren. Wenn Patienten sich auf einem Röntgenbild orientieren können – Zahnkronen, Wurzeln und den umgebenden Knochen erkennen – lassen sich auffällige Befunde viel leichter begreifen. Sehen heißt glauben, und die gemeinsame Entdeckung ersetzt Angst durch Klarheit.

Licht und Dunkelheit: Die Grundlagen des Röntgenkontrasts

[00:02:40 – 00:04:33]

Weiße Bereiche auf einem Röntgenbild des Gebisses stellen dichte Strukturen dar, die Strahlung blockieren – Zahnschmelz, Dentin, Knochen und Metallfüllungen. Metallfüllungen und Kronen erscheinen sehr hell, während zahnfarbene Füllungen eine mittlere Helligkeit aufweisen.

Dunkle Bereiche zeigen Stellen an, an denen Röntgenstrahlen leichter durchdringen. Karies erscheint dunkel, weil der Zahn Mineralien verloren hat und dadurch an Dichte verliert. Knochenabbau äußert sich in einer Absenkung des Knochenniveaus um die Wurzel herum, sichtbar, wenn der Knochen eines Zahnes deutlich tiefer liegt als der seiner Nachbarzähne.

Wie Karies auf Röntgenbildern aussieht

[00:04:34 – 00:06:01]

Ein gesunder Zahn hat eine glatte, gleichmäßige Kontur ohne dunkle Schatten, die in den Zahnschmelz oder das Dentin eindringen. Karies zeigt sich typischerweise als dunkles Dreieck oder unregelmäßiger Schatten, meist zwischen den Zähnen direkt unterhalb des Kontaktpunkts – wo sich Plaque ansammelt – oder unter einer vorhandenen Füllung.

Anfängliche Karies kann unauffällig sein, während fortgeschrittene Karies deutlich sichtbarer ist. Wichtig ist, dass nicht alle Kariesstellen allein auf Röntgenbildern erkennbar sind; sehr frühe oberflächliche Karies lässt sich unter Umständen erst bei einer klinischen Untersuchung feststellen. Röntgenaufnahmen sind am zuverlässigsten, wenn sie in Kombination mit einer manuellen Untersuchung und nicht isoliert betrachtet werden.

Anzeichen von Knochenschwund und Zahnfleischerkrankungen

[00:06:02 – 00:06:50]

In einem gesunden Mundraum liegt der Knochen ein bis zwei Millimeter unterhalb der Stelle, an der die Wurzel auf die Zahnkrone trifft. Knochenabbau äußert sich in einer Absenkung dieses Niveaus, wodurch die Wurzel länger als gewöhnlich erscheint. In fortgeschrittenen Fällen kann der Knochenabbau ungleichmäßig oder eckig verlaufen.

Patienten, die Knochenabbau auf ihren Röntgenbildern selbst erkennen können, halten sich deutlich eher an die Zahnfleischbehandlung und die anschließende Nachsorge. Der sichtbare Befund macht Zahnfleischerkrankungen für sie von einem abstrakten Konzept zu etwas Greifbarem und Motivierendem.

Abszesse, Infektionen und Wurzelspitzen

[00:06:51 – 00:07:42]

Ein Abszess zeigt sich typischerweise als dunkler, kreisförmiger oder unregelmäßiger Schatten um die Wurzelspitze und deutet auf Knochenzerstörung durch chronische Infektion hin. Frühstadien dieser Infektionen können auf herkömmlichen 2D-Röntgenaufnahmen übersehen werden, sind aber in der Regel auf einer digitalen Volumentomographie (DVT) sichtbar, die eine dreidimensionale Darstellung ermöglicht.

Eine genaue Diagnose erfordert die Korrelation der Bildgebungsbefunde mit den Symptomen des Patienten – eine einzelne Momentaufnahme ist selten ausreichend.

Strahlend weiße Bereiche: Restaurierungen und künstliche Strukturen

[00:07:42 – 00:09:17]

Helle, weiße Bereiche auf einem Röntgenbild deuten in der Regel auf künstliche Strukturen hin, wie zum Beispiel ImplantateKronen, Stiftaufbauten oder Füllungen. Eine Vollkrone kann die Sicht auf den darunterliegenden Zahn verdecken, weshalb Karies, die sich unter einer Füllung oder Krone verbirgt, manchmal unentdeckt bleibt – regelmäßige Kontrollen sind daher unerlässlich.

Wie häufig Röntgenaufnahmen angefertigt werden, hängt von der Krankengeschichte des Patienten ab: Patienten mit vielen Füllungen und Kronen benötigen diese möglicherweise alle 18 bis 24 Monate, während bei Patienten mit geringerem Risiko die Abstände zwischen den Röntgenaufnahmen bis zu drei Jahre betragen können. DVT-Aufnahmen liefern hervorragende Details zur Beurteilung von Wurzeln und Knochen, allerdings können umfangreiche Metallimplantate im Mund zu Bildverzerrungen führen.

Zahnstein unterhalb des Zahnfleischrandes

[00:09:18 – 00:10:40]

Zahnstein, auch Konkrement genannt, zeigt sich auf Röntgenbildern als weiße, unregelmäßige, kreideartige Ablagerungen auf den Zähnen. Oberhalb des Zahnfleischrandes gelegener Zahnstein ist in erster Linie ein kosmetisches Problem und wird bei der Zahnreinigung entfernt. eine professionelle ReinigungSubgingivaler Zahnstein – also Zahnstein, der sich unterhalb des Zahnfleischrandes gebildet hat – ist ein schwerwiegenderer Befund und geht fast immer mit Knochenverlust einher.

Patienten sind oft überrascht, Zahnstein auf einem Röntgenbild zu sehen, besonders wenn ihr Zahnfleisch im Spiegel gesund aussieht. Vor allem Raucher können rosafarbenes, scheinbar gesundes Zahnfleisch haben, während sich darunter erheblicher Zahnstein und Knochenabbau befinden. Dies auf einem Röntgenbild zu erkennen, ist oft ein starker Anstoß, eine Behandlung in Anspruch zu nehmen.

Schwebende Zähne und fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung

[00:10:41 – 00:11:56]

Ein Zahn, der auf einem Röntgenbild scheinbar schwebt, hat fast seinen gesamten Knochenhalt verloren. Dieser Grad an Knochenzerstörung ist typischerweise mit einer sehr fortgeschrittenen, langjährigen Parodontitis verbunden und tritt häufiger bei Rauchern und Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes auf.

Die meisten lockeren Zähne können nicht gerettet werden. Wenn mehrere Zähne dieses Muster aufweisen, ist dies oft ein Hinweis darauf, dass benachbarte Zähne bald folgen werden.

Wie KI Patienten hilft, ihre Röntgenbilder zu verstehen

[00:11:57 – 00:14:04]

KI-Software wie Diagnocat analysiert Röntgenbilder und DVT-Aufnahmen der Zähne und hebt mithilfe von Farbüberlagerungen auffällige Bereiche wie Karies, Abszesse, Zahnstein und Abnutzungserscheinungen hervor. So lassen sich die Befunde leichter mit dem Patienten besprechen und offen erörtern, was die diagnostische Genauigkeit und das Patientenverständnis verbessert.

KI ist ein Hilfsmittel zur Unterstützung der klinischen Beurteilung, nicht deren Ersatz. Zahnärzte können Befunde erkennen, die der Software entgehen, und umgekehrt. Patienten sollten sich jedoch bewusst sein, dass KI-gestützte Analysen zu Überdiagnosen und unnötigen Behandlungen führen können. Zu wissen, welche Fragen man stellen sollte – und zu verstehen, dass frühe Schmelzschatten nicht automatisch eine Füllung erfordern – ist ein wichtiger Schutz.

Warum Sehen besser ist als Erzählen

[00:14:05 – 00:16:05]

Eine gründliche Untersuchung Bei OptiSmile werden Fotos, ein digitaler 3D-Scan, 2D-Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls eine digitale Volumentomographie (DVT) erstellt. Alle Aufnahmen werden gemeinsam mit dem Patienten besprochen, bevor ein Behandlungsgespräch beginnt. Dieser gemeinsame Untersuchungsprozess ermöglicht es den Patienten, Risse, Abnutzungserscheinungen, Knochenabbau und Karies selbst zu erkennen – in ihrem eigenen Mund und nicht nur abstrakt beschrieben.

Wenn Patienten und Zahnärzte Befunde gemeinsam besprechen, lässt sich besser unterscheiden, was tatsächlich behandlungsbedürftig ist und was lediglich beobachtet werden kann. So können Bedenken beider Seiten ausgeräumt werden. Was den Patienten beunruhigt, den Zahnarzt aber nicht, kann offen besprochen werden; etwas, das dem Zahnarzt auffällt, den Patienten aber noch nicht beeinträchtigt, kann weiter beobachtet werden, anstatt voreilig behandelt zu werden.

Sagen schafft Abhängigkeit; Sehen schafft Verständnis. Gemeinsames Entdecken befähigt Patienten, ihre Zähne, ihre Gesundheit und ihre Finanzen langfristig effektiver zu schützen.

Eon Engelbrecht (0:04)
Willkommen zurück bei „Sparen Sie Geld, schützen Sie Ihre Zähne“. Wenn der Zahnarzt Ihnen das Röntgenbild zeigt, nicken die meisten von uns nur und hoffen auf das Beste. Aber was wäre, wenn Sie die Geschichte Ihres eigenen Mundes lesen könnten? Heute stellt Ihnen Dr. Clifford Yudelman das Konzept der gemeinsamen Entdeckung vor – die Idee, dass Sie aktiv an Ihrer eigenen Behandlung mitwirken und nicht nur passiv zusehen. Er zeigt Ihnen, wie Sie die verschiedenen Aspekte richtig deuten, Warnsignale erkennen und Ihre Angst in Klarheit verwandeln. Dr. Yudelman, herzlich willkommen zurück.


Dr. Clifford Yudelman (0:39)
Vielen Dank und schön, dass ich wieder dabei sein durfte. Ich hoffe, Sie hatten eine schöne Woche und haben Ihr zahnärztliches Notfallset zusammengestellt. Es ist alles einsatzbereit.


Eon Engelbrecht (0:53)
Oh ja, darauf freue ich mich schon, sobald der Sommer wieder da ist. Gemeinsame Entdeckung – Sie sprechen von gemeinsamer Entdeckung. Worauf sollte ich auf meinem Röntgenbild achten?


Dr. Clifford Yudelman (1:04)
Die gemeinsame Entdeckung von Krankheiten ist keine Erfindung von mir. Sie wurde in den 1950er-Jahren von dem Zahnarzt Dr. Bob Barclay entwickelt. Er war ein bekannter Zahnarzt in Amerika und lehrte andere Zahnärzte, wie man sich mit Patienten zusammensetzt und ihnen die Röntgenbilder erklärt. Damals wurden noch Farbdias, ein Spiegel und große Diagramme verwendet, um dem Patienten genau zu erklären, was in seinem Mund vor sich ging, bevor man eine Diagnose stellte – einfach um herauszufinden, was tatsächlich los war.

Gemeinsame Entscheidungsfindung bedeutet, dass der Patient nicht nur passiv Informationen aufnimmt, sondern aktiv an der Entscheidungsfindung beteiligt ist. Wenn Sie Ihr eigenes Röntgenbild betrachten, sollen Sie keine Selbstdiagnose stellen, sondern die Informationen verstehen, die Ihr Mund Ihnen liefert. Beginnen Sie mit der Orientierung: Identifizieren Sie die Zahnkronen, die Wurzeln und den umgebenden Knochen. Ein gesundes Röntgenbild zeigt klar definierte Zahnstrukturen und einen Knochen, der die Wurzeln eng umschließt.

Sobald Patienten verstehen, was normal aussieht, sind auch abweichende Befunde viel verständlicher. Eine patientenzentrierte Versorgung, bei der visuelle Aspekte einbezogen werden, verbessert das Verständnis, das Vertrauen und die langfristige Therapietreue, denn wie wir sagen: Sehen heißt glauben, und die gemeinsame Entdeckung ersetzt Angst durch Klarheit.


Eon Engelbrecht (2:40)
Aber ich möchte Sie fragen: Worin besteht der Unterschied zwischen den hellen und den dunklen Bereichen auf einem Röntgenbild?


Dr. Clifford Yudelman (2:49)
Auf Röntgenbildern des Gebisses stellen weiße Bereiche sehr dichte Strukturen dar, die Röntgenstrahlung blockieren. Dazu gehören der Zahnschmelz, der weißer als das Dentin ist, der Knochen, der unscharf erscheint, und Metallfüllungen. Metallfüllungen wie Goldinlays oder Silberfüllungen sind sehr weiß – sie lassen Röntgenstrahlen überhaupt nicht durch –, während eine weiße Füllung farblich irgendwo dazwischen liegt.

Die dunklen Bereiche stellen Stellen dar, die von den Röntgenstrahlen leichter durchdrungen werden, beispielsweise die Zahnzwischenräume, wo sich im Grunde Luft befindet. Das Zahnfleisch erscheint sehr blass, fast schwarz, ist aber bei veränderter Helligkeit sichtbar. Idealerweise werden heutzutage digitale Röntgenaufnahmen verwendet, sodass die Helligkeit angepasst werden kann.

Bereiche mit Knochenentzündungen und Karies erscheinen dunkler, da sie eine geringere Dichte aufweisen. Dieses Verständnis ist die Grundlage für die Interpretation von Röntgenbildern. Bei Karies geht das Mineral – das Kalzium – aus dem Zahn verloren, sodass das Röntgenbild diesen Bereich leichter durchdringt. Knochenabbau zeigt sich als Absenkung: Man kann den Knochen am Zahnhals oder am Ende des Zahnschmelzes erkennen. Manchmal liegt der Knochen bei einem Zahn deutlich tiefer und nicht auf gleicher Höhe wie bei den anderen Zähnen. Dieses Grundprinzip hilft Ihnen, die Erklärungen Ihres Zahnarztes besser zu verstehen, anstatt sich nur auf vage Beschreibungen zu verlassen.


Eon Engelbrecht (4:34)
Ich wollte Sie jetzt fragen, wie ein Loch im Zahn im Vergleich zu einem gesunden Zahn auf einem Röntgenbild aussieht? Es ist also ein heller und ein dunkler Unterschied.


Dr. Clifford Yudelman (4:42)
Ja, aber es gibt da noch ein paar Details zu beachten. Sobald man weiß, wie man Karies erkennt, ist es mit digitalen Röntgenbildern gar nicht so schwer. Ein gesunder Zahn hat eine glatte, geschwungene und gleichmäßige Kontur ohne dunkle Schatten, die in den Zahnschmelz oder das Dentin eindringen. Karies zeigt sich meist als dunkles Dreieck oder unregelmäßiger Schatten, oft genau zwischen den Zähnen, direkt an der Kontaktstelle, aber etwas darunter – denn dort sammelt sich Plaque an – oder unter einer bestehenden Füllung, was man als Rezidivkaries bezeichnet.

Frühe Kariesstellen können recht unauffällig sein, während fortgeschrittene Karies viel deutlicher sichtbar ist. Wichtig ist, dass nicht alle Kariesstellen auf Röntgenbildern sichtbar sind und sehr frühe oberflächliche Karies möglicherweise nur klinisch – also bei der Untersuchung durch den Zahnarzt – festgestellt werden kann. Röntgenbilder sind jedoch ein wertvolles Diagnoseinstrument, wenn sie in Kombination mit einer klinischen Untersuchung eingesetzt werden, nicht isoliert betrachtet. Es ist für Zahnärzte sehr schwierig, anhand von Röntgenbildern zu sagen: „Sie brauchen fünf Füllungen.“ Es können zwar fünf Schatten vorhanden sein, aber nicht alle müssen gefüllt werden, da man Röntgenbilder in der Regel nicht allein auswerten kann.


Eon Engelbrecht (6:02)
Und könnten Sie selbst auf Ihren Röntgenbildern Knochenschwund erkennen?


Dr. Clifford Yudelman (6:09)
Ja, das ist möglich, denn in einem gesunden Mund liegt der Knochen normalerweise ein bis zwei Millimeter unterhalb der Zahnwurzel-Kronen-Verbindung. Knochenabbau äußert sich in einer Absenkung dieses Niveaus, wodurch die sichtbare Wurzel länger erscheint. In fortgeschrittenen Fällen ist der Abbau ungleichmäßig oder winklig. Patienten, die den Knochenabbau visuell erkennen, halten sich deutlich eher an die empfohlene Zahnfleischbehandlung und -pflege. Die sichtbare Darstellung des Knochenabbaus macht die abstrakte Vorstellung von Zahnfleischerkrankungen greifbar und konkret.


Eon Engelbrecht (6:51)
Und wie erkennt man einen Abszess oder eine Infektion an der Wurzelspitze, Doktor?


Dr. Clifford Yudelman (6:56)
Ein Abszess zeigt sich oft als dunkler, kreisförmiger oder unregelmäßiger Bereich um die Wurzelspitze und deutet auf Knochenzerstörung durch eine chronische Infektion hin. Nicht alle Infektionen sind sofort sichtbar – frühe Stadien können auf Röntgenbildern übersehen werden. Häufig ist auf einer 2D-Panoramaaufnahme nichts zu erkennen. Erst eine digitale Volumentomographie (DVT) zeigt, dass eine oder mehrere Wurzeln eines Backenzahns einen großen Schatten aufweisen, der auf einem normalen 2D-Röntgenbild kaum sichtbar ist. Die evidenzbasierte Zahnmedizin beruht auf der Korrelation von Bildgebung und Symptomen, nicht nur auf einer einzelnen Momentaufnahme.


Eon Engelbrecht (7:42)
Und dann möchte ich Sie noch fragen: Was bedeuten helle weiße Streifen oder Formen normalerweise auf Röntgenbildern?


Dr. Clifford Yudelman (7:49)
Wir haben bereits erwähnt, dass es sich oft um dichtere Materialien handelt, die Röntgenstrahlen nicht durchlassen. Dazu gehören beispielsweise Implantate, Kronen, Stiftaufbauten, Füllungen und ähnliches. Weiße Füllungen sind unter Umständen etwas weniger blickdicht. Das Verständnis von künstlichen und natürlichen Materialien hilft, die Zusammenhänge besser zu verstehen. Eine Vollkrone blockiert die Sicht auf das darunterliegende Gewebe, weshalb Kariesrezidive manchmal unbemerkt bleiben.

Deshalb sind regelmäßige Kontrollen so wichtig: Bei Patienten mit vielen Füllungen und Kronen fertigen wir alle 18 bis 24 Monate Röntgenaufnahmen an, bei Patienten mit wenigen oder gar keinen Füllungen hingegen bis zu drei Jahre. Die digitale Volumentomographie (DVT) eignet sich hervorragend zur Darstellung von Abszessen, Wurzelproblemen und Knochenabbau. Allerdings reagiert die DVT sehr empfindlich auf viel Metall im Mund, und bei Patienten mit vielen Kronen oder Implantaten kann die DVT-Aufnahme Streifen aufweisen. Hier kann künstliche Intelligenz (KI) hilfreich sein.


Eon Engelbrecht (9:18)
Ja, auf jeden Fall. Aber ich möchte Sie auch fragen: Woran kann ich auf dem Röntgenbild erkennen, ob Zahnstein oder Konkremente vorhanden sind?


Dr. Clifford Yudelman (9:25)
Gute Frage. Zahnstein ist dieser weiße, unregelmäßige, kreideartige Belag, der sich auf den Zähnen bildet. Wenn er über dem Zahnfleischrand liegt, ist er hauptsächlich ein kosmetisches Problem – er sollte einfach entfernt werden. Ich hatte am Freitag eine tolle Zahnreinigung bei meiner Dentalhygienikerin; wir haben ein neues Gerät mit Air-Polishing, ein sehr, sehr feines Gerät, das den Zahnstein tatsächlich entfernt. Man spürt es gar nicht, es ist erstaunlich – es ist ein Schweizer Gerät.

Besonders hilfreich ist die Technologie jedoch bei Zahnstein unterhalb des Zahnfleischrandes, der auf Röntgenbildern sehr gut sichtbar ist – man spricht dann von subgingivalem Zahnstein, also Zahnstein unter dem Zahnfleisch. Dieser geht fast immer mit Knochenabbau einher, was im Grunde eine Parodontitis ist. Patienten sind oft überrascht, Zahnstein auf dem Röntgenbild zu sehen, da er im Spiegel nicht immer erkennbar ist, insbesondere bei Rauchern, die oft rosiges, gesund aussehendes Zahnfleisch haben und trotzdem viel Zahnstein unter dem Zahnfleisch. Wenn Betroffene diesen Zahnstein unter dem Zahnfleisch und den damit einhergehenden Knochenabbau sehen, motiviert sie das in der Regel, etwas dagegen zu unternehmen. Und die KI eignet sich hervorragend, um Zahnstein unter dem Zahnfleisch sichtbar zu machen.


Eon Engelbrecht (10:41)
Und wenn man sich ein Röntgenbild ansieht, warum sehen manche Zähne so aus, als würden sie schweben? Bedeutet das, dass sie locker sind?


Dr. Clifford Yudelman (10:47)
Ja, im Prinzip schon. Wenn man einen Zahn sieht, der frei liegt – und ich habe in den letzten ein, zwei Jahren einige Fälle gesehen –, dann ist kein Knochen mehr um ihn herum. Das kommt manchmal bei Patienten mit sehr fortgeschrittener Parodontitis vor, die jahrelang keine Behandlung erhalten haben, oft bei Rauchern oder Diabetikern. Bei ihnen ist das Zahnfleisch rund um den Zahn zurückgegangen, und es ist kaum noch Knochen vorhanden. Meistens handelt es sich um Menschen mit sehr fortgeschrittener Parodontitis, und die meisten dieser freiliegenden Zähne sind nicht mehr zu retten.

Bei OptiSmile kommt das nur sehr selten vor, aber vereinzelt kann es vorkommen. Manchmal bieten wir unentgeltliche oder gemeinnützige Behandlungen an und helfen Patienten, indem wir ein paar lockere Zähne entfernen, aber das ist nicht sehr häufig. Es ist wirklich schade. Wenn zwei oder drei Zähne locker sind, bedeutet das oft, dass die anderen auch bald locker sein werden.


Eon Engelbrecht (11:57)
Meine Güte, das ist ja ganz schön hektisch. Jetzt können Sie über KI sprechen, Doktor, ich weiß ja, wie sehr Sie KI lieben. Deshalb möchte ich Sie fragen: Wie hilft KI-Technologie Patienten, ihre Röntgenbilder besser zu verstehen?


Dr. Clifford Yudelman (12:10)
Ja, wir sind von unserer KI begeistert. Wir nutzen die Software Diagnocat – ich verwende sie seit etwa sechs Jahren. Sie ist wirklich toll, bietet in letzter Zeit viele Online-Vorträge an, und viele Zahnärzte in Südafrika beschäftigen sich mit KI. Im Ausland gibt es zwar einige verschiedene KI-Systeme, aber Diagnocat ist das beste, insbesondere für die Auswertung von DVT-Aufnahmen, da diese unglaublich viele Informationen liefern. Es verwendet sogar Farbcodes und zeigt Abszesse, Karies und Zahnstein an. Es erkennt sogar Dinge, die man normalerweise auf dem Röntgenbild nicht sehen sollte, wie Abrasion oder Abfraktion.

Die Farbüberlagerungen sind fantastisch. Sie ersetzen zwar nicht das Urteilsvermögen des Zahnarztes, unterstützen aber das Gespräch. Manchmal sehe ich Dinge, die die KI übersehen hat, aber es kommt auch umgekehrt vor – die KI entdeckt etwas, und ich denke: Wow, das hätte ich beinahe übersehen. Man kann sich die vom Programm markierten Punkte ansehen und sie offen mit dem Patienten besprechen. Es hat sich gezeigt, dass dies die diagnostische Genauigkeit verbessert und Patienten hilft, die Befunde besser zu verstehen. Allerdings muss es verantwortungsvoll eingesetzt werden.

In den falschen Händen kann ein Zahnarzt die KI missbrauchen und Patienten fünf oder zehn vermeintliche Kariesstellen zeigen, die erst im Anfangsstadium im Zahnschmelz entstehen und kaum sichtbar sind. Diese müssen zu diesem Zeitpunkt noch nicht behandelt werden. Jemand könnte die KI aber auch fälschlicherweise als Beleg für fünfzehn notwendige Füllungen darstellen. Es ist wichtig zu verstehen, dass KI-gestützte Röntgenaufnahmen nicht dazu verwendet werden, Behandlungen zu übertreiben oder zu überdiagnostizieren. Deshalb ist es so wichtig, die richtigen Fragen zu stellen.


Eon Engelbrecht (14:05)
Und zum Schluss noch die Frage: Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, dass Patienten das Röntgenbild sehen und nicht nur erfahren, was ihnen fehlt?


Dr. Clifford Yudelman (14:13)
Ich fotografiere meine Patienten immer, erstelle einen 3D-Scan ihrer Zähne und fertige anschließend ein 2D-Röntgenbild an, das ich mir dann ansehe. Bei Abszessen, Wurzelbehandlungen oder Weisheitszähnen erstelle ich zusätzlich ein 3D-Röntgenbild. Alle Röntgenbilder werden von der KI ausgewertet, und dann setze ich mich mit dem Patienten zusammen. Wir betrachten gemeinsam die Röntgenbilder, die Fotos und den Scan. Das alles gehört zu einer anderthalbstündigen Untersuchung. Ich sage den Patienten: „Keine Sorge, die letzten zehn bis fünfzehn Minuten schauen wir uns Ihren Mund genau an“, und wir betrachten alles gemeinsam.

So kann man auf den Fotos die Risse erkennen, auf den Scans sieht man, wo die Zähne abgenutzt sind, man sieht einfach alles. Das ist reines Entdecken – gemeinsames Entdecken –, bevor wir die eigentliche Behandlung diagnostizieren oder besprechen, wie wir das Problem beheben können, ob es überhaupt nötig ist, oder ob mich etwas stört, den Patienten aber nicht, oder umgekehrt. Etwas stört den Patienten, und ich versichere ihm, dass es mich nicht stört, wir aber einen Kompromiss finden können. Nehmen wir an, es ist ein kleiner schwarzer Fleck auf der Oberseite eines Backenzahns, der eigentlich keine Füllung braucht – das mag den Patienten zwar sehr stören, aber im Allgemeinen lassen wir solche kleinen schwarzen Flecken in Ruhe.

Es hilft Patienten außerdem, die Notwendigkeit einer Behandlung zu akzeptieren, sodass sie diese auch durchführen lassen. Dadurch verschlimmert sich der Zustand nicht – sie können etwas unternehmen, solange der Schaden noch behandelbar und gering ist, und die Angst wird reduziert. Die aktive Beteiligung der Patienten führt zu besseren Langzeitergebnissen. Eine bloße Information erzeugt Abhängigkeit, während das Sehen Verständnis schafft. Die gemeinsame Entdeckung von Problematiken befähigt den Patienten, seine Zähne, seine Gesundheit und seine Finanzen im Laufe seines Lebens effektiver zu schützen.


Eon Engelbrecht (16:05)
Und das ist Co-Entdeckung in Kürze. Dr. Yudelman, vielen Dank, das war sehr, sehr interessant, und wir werden Röntgenstrahlen beim nächsten Mal sicherlich mit anderen Augen betrachten.


Dr. Clifford Yudelman (16:16)
Apropos Nussschalen: Passen Sie beim Müsliessen auf, dass Sie sich nicht an einer Nussschale einen Zahn ausbrechen.


Eon Engelbrecht (16:22)
Ja, das ist sehr wahrscheinlich. Und Popcorn, allein schon diese Körner, die sind einfach furchtbar für die Zähne – wenn man falsch zubeißt, ist es vorbei.


Dr. Clifford Yudelman (16:35)
Manche meiner besten Freunde haben den Verstand verloren. Die sind einfach nur noch verrückt.


Eon Engelbrecht (16:40)
Ich bin begeistert. Dr. Yudelman, vielen Dank, und auch an unsere Zuhörer: Danke fürs Einschalten. Mehr Informationen finden Sie auf OptiSmile.co.za. Wir sehen uns beim nächsten Mal. Bis dahin: Pflegen Sie Ihre Zähne gut, dann werden sie es Ihnen danken.


Ansager (17:15)
Entdecken Sie mit OptiSmile die Welt der zahnmedizinischen Exzellenz. Hören Sie unseren wöchentlichen Podcast mit Dr. Clifford Yudelman, einem erfahrenen Experten mit 40 Jahren Erfahrung in der Zahnmedizin auf vier Kontinenten. Erhalten Sie einzigartige Einblicke und fachkundige zahnmedizinische Beratung, indem Sie auf OptiSmile.co.za Artikel lesen, die den Weg zu optimaler Mundgesundheit beleuchten. Wenn Sie nach einer unvergleichlichen Zahnpflege in Kapstadt suchen, wenden Sie sich an OptiSmile oder buchen Sie direkt online bei OptiSmile.co.za. OptiSmile, wo globales Fachwissen auf lokale Pflege trifft.

Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Podcasts „Save Your Money Save Your Teeth“ an Medical Mondays dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Es ist nicht als zahnärztliche oder medizinische Beratung gedacht. Die von Dr. Clifford Yudelman und etwaigen Gästen geäußerten Erkenntnisse und Meinungen sollen ein besseres Verständnis der Zahngesundheit, vorbeugender Maßnahmen und des allgemeinen Wohlbefindens fördern, sollten jedoch nicht als professionelle zahnärztliche oder medizinische Empfehlungen interpretiert werden.Dr. Clifford Yudelman diagnostiziert, behandelt oder bietet Präventionsstrategien für Gesundheitszustände nicht direkt über diesen Podcast an. Diese Plattform ist kein Ersatz für die persönliche Betreuung und Beratung durch einen zugelassenen Zahnarzt oder Arzt. Wir empfehlen unseren Zuhörern dringend, sich mit ihren eigenen Zahnärzten in Verbindung zu setzen, um individuelle Zahngesundheitsbedürfnisse und -probleme zu berücksichtigen. Die hier geteilten Informationen zielen darauf ab, den Zuhörern Wissen über Zahngesundheit zu vermitteln, dürfen jedoch nicht als Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen ohne Zahngesundheit verwendet werden professionelle Anleitung. Ihr Zahnarzt ist die beste Quelle für Ratschläge zu Ihrer Zahn- und allgemeinen Gesundheit. Bitte lassen Sie sich bei Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer Zahngesundheit immer von Ihrem Zahnarzt oder anderen qualifizierten medizinischen Fachkräften beraten.

Inhaltsverzeichnis
Leitender Zahnarzt und Gründer von OptiSmile, Dr. Clifford Yudelman

Clifford Yudelman

Gründer und Chefzahnarzt

Als weltweit anerkannter Experte für restaurative und kosmetische Zahnheilkunde bringt Clifford über 40 Jahre Erfahrung auf vier Kontinenten mit. Als Bachelor of Dental Science schloss er 1983 die University of Witwatersrand ab und seine berufliche Laufbahn umfasste Privatpraxen in London, San Diego, Perth und Kapstadt. Derzeit ist er Gründer und leitender Zahnarzt von OptiSmile und wird dafür gefeiert, dass er Zahnarztbesuche in positive Erfahrungen verwandelt und das Vertrauen der Patienten durch eine hervorragende Zahngesundheit stärkt, wobei er sich für die neueste Zahntechnologie zur Verbesserung der Patientenergebnisse einsetzt.

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