Folge 87: Den richtigen Biss verstehen – Mehr als nur gerade Zähne

Kapitel

Einführung

[00: 00: 00]

Eon Engelbrecht und Dr. Clifford Yudelman erörtern, warum das Verständnis des eigenen Bisses – der Okklusion – wichtiger ist als gerade Zähne. Ein korrekter Biss fördert die Mundgesundheit, das Wohlbefinden und ein langes Leben.

Was bedeutet „Biss“ in der Zahnmedizin?

[00:01:40 – 00:02:40]

Der Begriff „Biss“ oder Okklusion bezeichnet das komplexe biologische System aus Zähnen, Kiefergelenken, Gesichtsmuskeln und Nerven, das Kräfte von über 250 kg/cm² erzeugen kann. Ein ausgewogener Biss verteilt diese Kräfte und beugt so langfristigen Schäden vor.

Warum sollte man sich um seinen Biss kümmern, wenn man keine Schmerzen hat?

[00:02:49 – 00:03:43]

Auch ohne Schmerzen beeinträchtigt ein falscher Biss das Kauen, die Lebensdauer der Zähne und kann zu … führen. Zahnfleischrezession und teuren Reparaturen. Oft liegt ihr ein scheinbar zufälliges Zahnproblem zugrunde.

Gerade Zähne ≠ guter Biss

[00:03:52 – 00:05:33]

Optisch gerade Zähne können eine Fehlstellung des Bisses verdecken. Ein funktioneller Biss sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung. Fehlstellungen durch herkömmliche Zahnschienen können zu komplexen Problemen führen, die nicht sichtbar sind.

Häufige Anzeichen eines missglückten Bisses

[00:05:42 – 00:07:05]

Abgebrochene Zähne, abgenutzte Kanten, rissige Füllungen und wiederholte Reparaturen sind wichtige Indikatoren. Diese Symptome sind oft frühe Anzeichen einer Okklusionsstörung – einer stressbedingten Bissfehlstellung.

Bissverletzungen bei Bewusstlosigkeit

[00:07:10 – 00:08:53]

Zusammenpressen der Muskeln während des Trainings, NägelkauenZähneknirschen im Schlaf und Säureerosion können den Biss unbemerkt schädigen. Die Veränderungen verlaufen schleichend und ohne offensichtliche Symptome.

Was geschieht bei einer Bissuntersuchung?

[00:09:03 – 00:11:21]

OptiSmile nutzt digitale 3D-Scans zur Beurteilung von Beißdruck und Kontaktpunkten, Gelenkgeräuschen und Muskelempfindlichkeit. Dieses moderne Verfahren ist genauer als herkömmliche Papier-Beißtests.

Kann ein Biss Schmerzen verursachen?

[00:11:28 – 00:12:36]

Ja. Ein falscher Biss belastet die Kiefermuskulatur und die Nerven und führt häufig zu Kopfschmerzen, Migräne und Gesichtsschmerzen. Viele Patienten verspüren Linderung nach der Korrektur ihres Bisses.

Behandlungsmöglichkeiten

[00:12:43 – 00:16:15]

Je nach Ursache kann die Behandlung die Anpassung der Bisskontakte, Keramikrestaurationen, Spritzguss-Verklebungoder 3D-gedruckte Okklusionsveneers. Eine genaue Diagnose ist unerlässlich.

Die Rolle von transparenten Zahnschienen wie Invisalign

[00:16:23 – 00:18:35]

Invisalign ermöglicht die präzise Korrektur komplexer Bissfehlstellungen – wie offener Biss, Tiefbiss und Kreuzbiss – und reduziert gleichzeitig das Zähneknirschen. Es dient sowohl der Korrektur als auch der Vorbeugung. Erfahren Sie mehr über Invisalign..

Letzter Imbiss

[00:18:42 – 00:19:30]

Ihr Biss schützt Ihre Zähne ein Leben lang. Durch die frühzeitige Behandlung von Bissfehlstellungen lassen sich spätere Komplikationen vermeiden. Eine digitale Bissanalyse kann Probleme erkennen, bevor sie kostspielig werden.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (0:04 – 0:48) Herzlich willkommen zu „Sparen Sie Geld, retten Sie Ihre Zähne“, dem Podcast von Eon Engelbrecht von E-Radio SA. In dieser Folge begrüßen wir wie immer Dr. Clifford Yudelman von OptiSmile, um ein Thema zu beleuchten, das weit über das Aussehen hinausgeht: Ihren Biss. Die meisten Menschen denken, gerade Zähne seien das Nonplusultra. Doch wie Sie erfahren werden, beeinflusst der Biss Ihr Wohlbefinden, Ihre Gesundheit und sogar die Langlebigkeit Ihres Lächelns. Egal, ob Sie sich noch nie Gedanken über Ihren Biss gemacht haben oder bereits neugierig sind – diese Folge wird Ihnen die Wissenschaft und die Bedeutung der Okklusion näherbringen. Wir begrüßen Dr. Clifford Yudelman herzlich zurück. Wie geht es Ihnen, Herr Doktor?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (0:49 – 1:02) Gut, wie geht es Ihnen? Weihnachten steht vor der Tür. Es ist schon so nah. Ja, überall ist es sehr aufregend, nur der Verkehr ist überall. Es ist schön zu sehen, wie die Leute Spaß haben.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (1:03 – 1:06) Ja, es ist wirklich die schönste Zeit des Jahres.

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (1:06 – 1:31) Ja, ich hoffe, dass heute niemand wegen des vielen Verkehrs mit den Zähnen knirscht… Wir haben zwar über Bruxismus und Aufbisschienen gesprochen, aber ich denke, es gibt noch viel mehr zu besprechen. Wir haben ein paar Folgen, also fangen wir mit der heutigen an. Ich bin bereit. Es werden ungefähr zehn Fragen sein, und ich bin bereit für Ihre erste.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (1:32 – 1:39) Die meisten Leute denken ja, ein Biss sei einfach die Art, wie die Zähne aufeinandertreffen. Was genau versteht man unter Biss in der Zahnmedizin, Herr Doktor?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (1:40 – 2:40) Der Biss ist ein komplexes biologisches System und nicht nur eine Ansammlung einfacher Kontaktpunkte. Zahnärzte nennen es fachsprachlich Okklusion. Damit ist gemeint, wie alle Ober- und Unterkieferzähne, die Kiefergelenke, die Gesichts- und Kiefermuskulatur sowie die umliegenden Nerven zusammenarbeiten. Studien haben gezeigt, dass die beim Kauen entstehenden Kräfte 250 Kilogramm pro Quadratzentimeter übersteigen können. Ich habe das nachgeschlagen. Mir war zwar bewusst, dass das viel ist, aber es ist extrem hoch. Das ist eine enorme Kraft, die da beim Kauen wirkt, und das bei gesunden Erwachsenen. Selbst kleine Ungleichgewichte können daher langfristig erhebliche Folgen haben. Ein guter Biss verteilt diese Kräfte gleichmäßig und ermöglicht es den Gelenken und Muskeln, mit minimaler Belastung zu arbeiten. Ein schlechter Biss hingegen führt zu Überlastungszonen, die den Verschleiß beschleunigen und Muskel- oder Gelenkprobleme auslösen können.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (2:41 – 2:48) Und warum sollte sich der Durchschnittsmensch um seinen Biss kümmern? Ist das nicht nur für Menschen mit Schmerzen relevant?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (2:49 – 3:43) Auch ohne Schmerzen beeinflusst Ihr Biss den Komfort, die Kaufunktion und den langfristigen Zahnerhalt sowie die Haltbarkeit Ihrer Zahnbehandlungen. Studien zeigen, dass Zähne, die ungleichmäßiger Belastung ausgesetzt sind, deutlich häufiger brechen. Sie brechen viel leichter. Außerdem kann es zu Zahnfleischrückgang kommen. Wir haben bereits über Abfraktionen gesprochen, diese kleinen Einkerbungen am Zahnfleischrand, die chronische Muskelverspannungen verursachen. Ein stabiler Biss verringert das Risiko zukünftiger Zahnnotfälle und die Kosten langfristiger Behandlungen. Und da wir über „Sparen Sie Geld, schützen Sie Ihre Zähne“ sprechen, halte ich das heutige Thema für sehr wichtig, denn viele Menschen denken, Zahnprobleme entstünden zufällig. In vielen Fällen liegt die Ursache – um im Bild zu bleiben – jedoch in der Funktionsweise des Gebisses.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (3:44 – 3:52) Wow. Okay. Wirklich sehr interessant. Ich möchte Sie auch fragen: Ist ein gerader Biss dasselbe wie ein guter Biss?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (3:52 – 5:33) Nein, überhaupt nicht. Gerade Zähne sind eine kosmetische Angelegenheit. Sie sprechen von den sogenannten „sozialen Sechs“, also den sechs Schneidezähnen oder vielleicht sogar den acht oder zehn oberen Schneidezähnen. Man kann aber auch gerade Zähne haben, ohne dass der Biss funktionell beeinträchtigt ist. Ein funktioneller Biss ist mechanisch, und selbst bei perfekt geraden Zähnen kann die Kraftverteilung ungünstig sein. Das sehen wir häufig bei Patienten, die Standard-Aligner getragen haben. Sie sind zufrieden, ihre Schneidezähne sind gerade, entwickeln aber dann allerlei Bissprobleme. Wir hatten eine junge Patientin – ich würde sagen, jung, so um die 30… mit 65 ist das noch jung. Sie hatte solche Aligner, und man hatte ihr keine passenden Retainer gegeben, sodass ihre Backenzähne, die zweiten Molaren und die Weisheitszähne weiterwuchsen. Jetzt beißen ihre Zähne gar nicht mehr richtig aufeinander. Sie beißt nur noch auf die Backenzähne und ist sehr verzweifelt. Ein korrekter Biss erfordert, dass die Frontzähne den Kiefer führen und die Backenzähne die vertikale Beißkraft tragen. Zudem sorgen sie für reibungslose Bewegungsabläufe, die Zähneknirschen verhindern. Ein gut ausgerichteter Biss reduziert Mikrotraumen, und die moderne kieferorthopädische Forschung zeigt, dass Funktion und Ausrichtung nicht dasselbe sind. Aligner oder Zahnspangen können helfen, aber nur, wenn die Okklusion von Anfang an berücksichtigt wird. Sie brauchen einen erfahrenen Zahnarzt. Wenn Sie sich für Aligner an einen Zahnarzt wenden, der wenig Erfahrung hat, nicht genügend Fortbildungen absolviert hat und sich mit Okklusion nicht gut auskennt, denken Sie vielleicht, dass die Behandlung gut war, aber Ihr Biss kann sich dadurch stark verändern.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (5:34 – 5:42) Wow. Okay. Nun, das ist interessant. Ich möchte Sie auch fragen: Was sind die häufigsten Anzeichen dafür, dass ein Biss nicht optimal ist?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (5:42 – 7:05) Manche Probleme sind subtil, und die Betroffenen wissen gar nicht, dass sie mit ihrem Biss zusammenhängen. Was wir bei OptiSmile häufig sehen, sind abgebrochene Frontzähne, abgenutzte Kanten, Zähne, die kürzer wirken, und rissige Füllungen. Viele Patienten bekommen immer wieder neue Füllungen in die Frontzähne, und ihre Hauptbeschwerde ist, dass diese ständig herausfallen. Das ist einer der Hauptgründe, warum wir eine leichte kieferorthopädische Behandlung oder Invisalign empfehlen, um den Biss zu korrigieren. Anschließend können wir die Zähne aufbauen, ohne uns Sorgen um Brüche machen zu müssen. Wir haben das schon in ABC besprochen: Zahnausrichtung, Bleaching, Kompositfüllungen, spritzgegossene Kompositfüllungen … und der Versuch, den Biss mit Kronen oder Veneers zu korrigieren. Das ist, als hätte man nur einen Hammer, und die ganze Welt sieht aus wie ein Nagel. Den Spruch habe ich gestern wieder gehört. Er ist zwar alt, aber ich mag ihn. Wir wollen die Zähne also nicht mit dem Hammer bearbeiten, sie sind ja keine Nägel. Aber diese Befunde entsprechen dem, was wir bei Patienten mit der sogenannten Okklusionsstörung beobachten. Das bedeutet, dass der Biss übermäßigen Druck erzeugt. Studien haben außerdem gezeigt, dass Patienten mit ungleichmäßigen Okklusionskontakten häufig oder immer deutlich häufiger Zahnschmelzfrakturen und Muskelbeschwerden aufweisen. Darauf gehen wir gleich noch genauer ein.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (7:05 – 7:10) Kann man sich also selbst verletzen, ohne es überhaupt zu merken?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (7:10 – 8:53) Ich meine, genau das passiert oft. Angewohnheiten wie Zähneknirschen beim Sport – wir sind gleich nebenan in einem wirklich tollen Fitnessstudio, dem Sweat 1000 BUC in Kapstadt. Wenn man dort Leute beim Bankdrücken oder Kniebeugen beobachtet, sieht man, wie sie ihre Zähne mit enormer Kraft aufeinanderpressen, wahrscheinlich mit mehr als 250 kg. Ihre Zähne werden stärker belastet als ihre Oberschenkel. Eine der schlimmsten Angewohnheiten, die ich vor allem bei einigen meiner Familienmitglieder sehe, ist das Kauen an Nagelhaut oder Fingernägeln. Leute mit drei oder vier Kindern unter fünf Jahren knirschen oder pressen buchstäblich mit den Zähnen, weil sie ziemlich gestresst sind. Und dann ist da noch die häufigste Angewohnheit: nächtliches Zähneknirschen, das den Biss beeinträchtigt. Wir haben ja bereits über Schlafapnoe gesprochen. Wenn Patienten mit nächtlichem Zähneknirschen und einem kräftigen Hals zu mir kommen und ich sie nach Schnarchen frage – wir haben ja schon einige Folgen über Schnarchen, Schlafapnoe und Geräte wie CPAP usw. gemacht –, dann gibt es auch Säureerosion durch die Ernährung. Auch darüber haben wir schon Folgen behandelt. Dadurch wird der Zahnschmelz weicher, und der gesamte Biss kann sich verschieben. Das bedeutet, dass man sich die Zähne abnutzt, das Kinn mit der Zeit näher an die Nase rückt und die Zähne immer kürzer werden. All das geschieht schleichend, oft ohne spürbare Symptome, bis es zu ernsthaften Schäden kommt.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (8:53 – 9:03) Das ist ja wirklich beängstigend. Aber ich möchte Sie auch fragen, was genau bei einer Bissanalyse bei OptiSmile passiert?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (9:03 – 11:21) Wir beginnen immer mit allen neuen Patienten, die zu uns kommen… wir nehmen uns anderthalb Stunden Zeit, und ein Teil davon ist die Bissanalyse. Wir erstellen immer einen digitalen Scan der Zähne, der den Biss dreidimensional darstellt. Mit diesen modernen Scannern kann man heutzutage die Kontaktpunkte sehen. Das ist so, als würde man ein kleines Stück blaues Papier auf die Zähne kleben. Anhand dieser Punkte können wir erkennen, welche Zähne stärker aufeinandertreffen und welche gar nicht. Wir können die Farbe im Scan deaktivieren und ihn wie einen Gipsabdruck aussehen lassen. Dann sieht man abgeflachte und abgenutzte Kanten oder abgebrochene Stellen viel besser. Und natürlich zoomen wir hinein – alles ist per Touchscreen bedienbar und wir vergrößern die Ansicht auf dem Bildschirm. So lassen sich Dinge, die beim Blick in den Mund selbst kaum auffallen, sehr leicht erkennen. Und natürlich überprüfen wir Ihre Kieferbewegungen. Jedes Gelenk macht Geräusche, die man Krepitation nennt. Ein passender Begriff, denn er beschreibt das Geräusch gut. Es sind knackende, knirschende Geräusche in den Gelenken. Das ist Krepitation. Muskelverspannungen. Wenn man auf die Kiefermuskulatur des Patienten drückt, zuckt er zusammen, wie ein Hund, dem man versehentlich auf den Schwanz tritt oder dessen Kiefermuskulatur man nach längerer Verspannung drückt. Er kann dann sogar vom Stuhl springen, weshalb wir das nicht zu oft oder zu fest machen. Außerdem können wir Abnutzungsmuster erkennen. Wir verwenden digitale Software. Wir können den Biss des Patienten simulieren und ihm zeigen, wie er bei einem normalen Biss aussehen würde und wo Überlastung vorliegt. Und da die Forschung und die Entwicklungen in diesem Bereich so vielversprechend sind, haben wir uns gerade unsere Marke sichern lassen: Führende digitale Zahnärzte. Das ist jetzt also Teil unseres Logos. Und wir sind unter anderem deshalb stolz darauf, weil Studien belegen, dass digitale Okklusionsanalysen deutlich präziser sind als die Verwendung von Artikulationspapier, also diesem blauen oder roten Papier. Dadurch können wir den Patienten genau auf dem Bildschirm zeigen, was passiert – viel einfacher und besser als ein Spiegel.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (11:21 – 11:27) Doktor, kann ein schlechter Biss wirklich Kopf- und Gesichtsschmerzen verursachen?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (11:28 – 12:36) Absolut. Die Kiefermuskulatur ist mit den Schläfen, dem Nacken und dem Schädelansatz verbunden. Wenn sie sich aufgrund eines Fehlbisses übermäßig zusammenzieht, ermüdet sie, und es kommt zu Spannungskopfschmerzen. Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Bruxismus (starkem Zähneknirschen), Muskelhyperaktivität und chronischen Gesichtsschmerzen. Wenn Patienten also Schmerzen unter dem Auge oder sogar Migräne haben, kann dies oft durch den Biss verursacht werden. Viele unserer Patienten kommen zu uns, weil ihre Zähne abgebrochen sind. Wir lassen die Absplitterungen mit Invisalign reparieren oder weil ihre Zähne schief stehen und sie zusätzlich unter Kopfschmerzen und Zähneknirschen leiden. Nach der Invisalign-Behandlung benötigen sie in der Regel keine Schmerzmittel wie Paracetamol oder Myprodol mehr. Es gibt viele verschreibungspflichtige Medikamente gegen Migräne und Kopfschmerzen. Die Behandlung des Bisses reduziert daher oft die Symptome, ohne dass zukünftig Medikamente benötigt werden.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (12:37 – 12:43) Okay. Und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Bissverletzungen?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (12:43 – 16:15) Natürlich ist es komplett individuell angepasst. Wir haben bereits transparente Zahnschienen wie Invisalign erwähnt. Manchmal, und zwar recht häufig während meiner Arbeitswoche, führe ich eine sogenannte selektive Kontaktjustierung durch. Dabei kommt ein Patient zu mir und klagt über Kälteempfindlichkeit, der Zahn schmerzt schon seit einigen Wochen, und die Schmerzen kommen und gehen. Es wird besser und gleichzeitig schlechter. Oder sie stammen vielleicht sogar von einem anderen Zahnarzt, der ihnen gesagt hat: „Oh, Sie werden an diesem Zahn eine Wurzelbehandlung benötigen.“ Aber äußerlich ist mit dem Zahn nichts auszusetzen. Und wenn wir eine Bissanalyse durchführen, sehen wir tatsächlich, dass die kleinen Punkte auf dem Scanner, all die roten Markierungen, die die Stelle des starken Bisses anzeigen, alle an diesem Zahn an einer bestimmten Stelle liegen und ihn oft von vorne oder von der Seite treffen, wofür er nicht ausgelegt ist. Der Zahn wird also quasi seitlich gegen die Wand geschlagen. Wenn das Fahrzeug daran gewöhnt ist, auf allen vier Rädern belastet zu werden, beispielsweise bei einem LKW, und man diesen dann plötzlich nur noch einseitig belastet, gibt die Federung nach, und dann treten Symptome wie Kälteempfindlichkeit und so weiter auf. Das war also eine ausführliche Erklärung. Ich wollte dieses Thema ausführlich ansprechen, denn wenn man nicht in Kapstadt ist, kommt man nicht zu OptiSmile und hat Symptome wie zum Beispiel Zahnschmerzen, vielleicht nachdem man Mandeln gegessen oder viel zähes Biltong gekauft und es übertrieben hat, und in den nächsten Tagen schmerzt der eine oder andere Zahn. Wir nennen es eine Bänderprellung und feilen dann den betroffenen Zahn oder den darüber liegenden Zahn nur minimal ab. Wir können normalerweise hören, wenn der Patient auf Papier beißt, dass sein Biss viel fester ist, und dann sehen wir blaue und rote Punkte entweder auf dem Scan oder mit Papier auf allen anderen Zähnen, und plötzlich sagt er: „Oh ja, das fühlt sich so viel besser an“, und dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn der Zahn nach ein paar Tagen wieder zu stark drückt, dann wissen wir, dass wahrscheinlich noch etwas anderes im Gange ist, wie zum Beispiel eine sich anbahnende Wurzelkanalentzündung, die den Zahn aus dem Zahnfach drückt, oder dass die Anweisungen, Biltong, Nüsse oder harte Lebensmittel für ein paar Tage zu vermeiden, bis es sich besser anfühlt, nicht befolgt wurden. Natürlich stellt sich auch wieder die Frage nach den Behandlungsmöglichkeiten. Bei Problemen mit dem Biss können abgenutzte Zähne entweder mit Keramik – wir sprachen bereits von Inlays und Onlays – oder, was wir heute bevorzugen, mit 3D-gedruckten, sehr dünnen 3D-gedruckten kleinen – wir nennen sie Okklusionsveneers – wie eine dünne Schicht, die wir auf die Zähne aufbringen können, oder mit spritzgegossenem Komposit wiederhergestellt werden. Die Wahl hängt aber immer davon ab, dass alles digital abläuft… Wenn ein Zahnarzt keinen Scanner hat oder nicht digital arbeitet, werden Sie die eben erwähnte Behandlungsmethode bei diesem Zahnarzt nicht finden. Sie müssen einen digitalen Zahnarzt finden. Die Wahl hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Wir berücksichtigen alle strukturellen, mechanischen und funktionalen Aspekte, damit das System harmonisch zusammenarbeitet. Es gibt Hinweise darauf, dass die Wiederherstellung der vertikalen Dimension und die Verbesserung der funktionellen Führung, also wie Ihre Vorderzähne Ihren Kiefer und Ihre Eckzähne Ihren Kiefer führen, von Bedeutung sind. Sie haben gezeigt, dass dies den langfristigen Komfort deutlich verbessert und künftige Zahnbrüche reduziert.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (16:16 – 16:22) Welche Rolle spielen transparente Aligner bei einer funktionellen Bissbehandlung, Doktor?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (16:23 – 18:35) Einige der besseren transparenten Zahnschienensysteme, in der Regel die aus dem Ausland wie Invisalign, sind mittlerweile auch in Südafrika erhältlich. Diese Systeme, die – wie Invisalign – sehr präzise sind und auf umfangreicher Forschung basieren, ermöglichen eine äußerst genaue Steuerung der Zahnbewegungen. Jede neue Schiene bewegt einen Zahn um 0.2 Millimeter in die gewünschte Richtung. Wir können sowohl Tiefbisse als auch offene Bisse korrigieren. Bei einem Tiefbiss beißen die unteren Zähne zu weit in den Gaumen, und die oberen Zähne über die Frontzähne, sodass diese nicht mehr sichtbar sind. Bei einem offenen Biss berühren sich die Frontzähne nicht, und man beißt sowohl auf die Backenzähne als auch auf die Frontzähne. Dies wird häufig durch Zungenpressen oder Daumenlutschen verursacht. Ein Kreuzbiss bedeutet, dass die unteren Zähne auf einer Seite außen auf die oberen Zähne beißen. Bei einem normalen Biss beißen die oberen Zähne außen auf die unteren. Manchmal kommt es zu einem Kreuzbiss. Mit Invisalign können wir das korrigieren. Viele günstigere oder generische Aligner können das nicht. Invisalign ermöglicht eine präzise Planung mit sogenannten Gummis und Buttons. Wir können Ihnen Gummis ähnlich wie bei einer festen Zahnspange anbieten. Neben den Alignern selbst gibt es noch weitere Vorteile bei Invisalign. Engstände können die normale Kaufunktion beeinträchtigen. Auch das können wir beheben. Die Aligner reduzieren außerdem das nächtliche Zähneknirschen, ähnlich wie eine Aufbissschiene. Viele Patienten berichten von einer sofortigen Verbesserung ihres Zahngefühls, sobald sie die Aligner tragen. Es ist ein wirksames Präventionsmittel. Wir beobachten, dass Patienten mit Alignern nicht mehr an den Nägeln kauen. Es ist also nicht nur kosmetisch. Die Forschung zeigt, dass eine Verbesserung des Bisses mit einem geringeren Zahnabrieb und weniger Frakturen auf lange Sicht einhergeht.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (18:36 – 18:42) Abschließend: Was ist die wichtigste Botschaft, die Sie unseren Hörern mitgeben möchten?

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (18:42 – 19:30) Denken Sie daran: Ihr Biss ist mehr als nur gerade Zähne. Gerade Zähne sind zwar schön und sehen toll aus, aber es kann trotzdem zu Bissproblemen an den Backenzähnen oder den Seitenzähnen kommen. Es ist ein komplexes System, das Ihre Zähne ein Leben lang schützt. Eine frühzeitige Diagnose beugt späteren, größeren Problemen vor. Eine digitale Bissanalyse ist eine der wertvollsten Untersuchungen, die man durchführen lassen kann. Werden kleinere Probleme frühzeitig erkannt und behandelt, lassen sich langfristige Schäden wie Abnutzung, Frakturen, Gelenkbeschwerden und in vielen Fällen kostspielige Zahnbehandlungen vermeiden. Nächste Woche sprechen wir ausführlicher darüber. Ich möchte heute noch nicht alle Geheimnisse verraten.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (19:30 – 19:36) Ausgezeichnet. Herr Dr. Yudelman, vielen Dank für die erneut sehr aufschlussreiche Diskussion. Wir wissen das sehr zu schätzen.

Dr. Clifford Yudelman – OptiSmile (19:36 – 19:41) Vielen Dank und ich freue mich darauf, nächsten Montag wieder mit Ihnen zu sprechen.

Eon Engelbrecht – E-Radio-SA (19:41 – 20:19) Absolut. Und ja, denken Sie daran: Ihr Biss ist mehr als nur gerade Zähne. Er ist ein komplexes System, das Ihre Zähne ein Leben lang schützt. Eine frühzeitige Diagnose und die Beachtung kleinerer Probleme können daher spätere größere Zahnprobleme verhindern. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, teilen Sie sie gerne und ziehen Sie eine digitale Bissanalyse in Betracht. Denken Sie auch daran: Auch wenn wir uns bemühen, Ihnen wertvolle Einblicke zu geben, sollten Sie sich immer von Ihrem Zahnarzt beraten lassen, um eine auf Ihre persönliche Gesundheit abgestimmte Empfehlung zu erhalten. Bleiben Sie dran für weitere Tipps, wie Sie Geld und Ihre Zähne schonen können.

Sprecher (20:39 – 21:24) Entdecken Sie die Welt der zahnmedizinischen Exzellenz mit OptiSmile. Hören Sie unseren wöchentlichen Podcast mit Dr. Clifford Yudelman, einem erfahrenen Experten mit 40 Jahren Berufserfahrung auf vier Kontinenten. Erhalten Sie einzigartige Einblicke und Expertenratschläge auf OptiSmile.co.za. Dort finden Sie Artikel, die Ihnen den Weg zu optimaler Zahnpflege aufzeigen. OptiSmile – wo globale Expertise auf lokale Versorgung trifft.

Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Podcasts „Save Your Money Save Your Teeth“ an Medical Mondays dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Es ist nicht als zahnärztliche oder medizinische Beratung gedacht. Die von Dr. Clifford Yudelman und etwaigen Gästen geäußerten Erkenntnisse und Meinungen sollen ein besseres Verständnis der Zahngesundheit, vorbeugender Maßnahmen und des allgemeinen Wohlbefindens fördern, sollten jedoch nicht als professionelle zahnärztliche oder medizinische Empfehlungen interpretiert werden.Dr. Clifford Yudelman diagnostiziert, behandelt oder bietet Präventionsstrategien für Gesundheitszustände nicht direkt über diesen Podcast an. Diese Plattform ist kein Ersatz für die persönliche Betreuung und Beratung durch einen zugelassenen Zahnarzt oder Arzt. Wir empfehlen unseren Zuhörern dringend, sich mit ihren eigenen Zahnärzten in Verbindung zu setzen, um individuelle Zahngesundheitsbedürfnisse und -probleme zu berücksichtigen. Die hier geteilten Informationen zielen darauf ab, den Zuhörern Wissen über Zahngesundheit zu vermitteln, dürfen jedoch nicht als Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen ohne Zahngesundheit verwendet werden professionelle Anleitung. Ihr Zahnarzt ist die beste Quelle für Ratschläge zu Ihrer Zahn- und allgemeinen Gesundheit. Bitte lassen Sie sich bei Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer Zahngesundheit immer von Ihrem Zahnarzt oder anderen qualifizierten medizinischen Fachkräften beraten.

Inhaltsverzeichnis
Leitender Zahnarzt und Gründer von OptiSmile, Dr. Clifford Yudelman

Clifford Yudelman

Gründer und Chefzahnarzt

Als weltweit anerkannter Experte für restaurative und kosmetische Zahnheilkunde bringt Clifford über 40 Jahre Erfahrung auf vier Kontinenten mit. Als Bachelor of Dental Science schloss er 1983 die University of Witwatersrand ab und seine berufliche Laufbahn umfasste Privatpraxen in London, San Diego, Perth und Kapstadt. Derzeit ist er Gründer und leitender Zahnarzt von OptiSmile und wird dafür gefeiert, dass er Zahnarztbesuche in positive Erfahrungen verwandelt und das Vertrauen der Patienten durch eine hervorragende Zahngesundheit stärkt, wobei er sich für die neueste Zahntechnologie zur Verbesserung der Patientenergebnisse einsetzt.

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